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Typisch Mann – Neuzeit-Neandertaler

Typisch Mann – Neuzeit-Neandertaler
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Mit dem Feingefühl einer Straßenwalze draufgängert er so ungeniert durch die zwischenmenschliche Weltgeschichte, dass die Damen von seinen Auftritten ziemlich geplättet sind. „Nur keine falsche Vorsicht“, röhrt er herzhaft, hält gar nichts von Zurückhaltung und geht immer einen Schritt zu weit direkt ins nächste Fettnäpfchen, weil er einfach lieber die Muskeln spielen lässt, als das Gehirn einzuschalten.
Andererseits ist die Behauptung, Männer hätten keine Gefühle – nur, weil sie mit denen nicht hausieren gehen – angesichts des Weichei-Kerns in harten Kerlen eine ziemliche Frechheit.

Flirten

Das Kind im Manne

Ist der Mit-dem-Feuer-Spieltrieb erst mal erwacht, zündeln Mannsbilder mit Begeisterung, bis die Funken sprühen, das Herz entflammt und sie lichterloh für eine neue Liebste brennen. Doch wenn sie in ihrem Übereifer das Süßholz zu hoch stapeln und ihnen außer plumper Anmache nichts mehr einfällt, fühlen sich die jeweilig Angebeteten ganz schön verkohlt. Wenn die Glut erlischt, ist halt alles Asche.

Liebe

Der Kater lässt das Mausen nicht

Auch eine herzlich-innige Zuneigung zu der aktuell absoluten Traumfrau, die Männer vorübergehend völlig liebesblind und kampfunfähig machen kann, vermag ihren Jagdtrieb doch keineswegs nachhaltig lahmzulegen. Das ist so ein dringendes Eroberungsbedürfnis, dem sie nicht widerstehen können wollen, und da wird das sonst so starke Geschlecht dann schließlich schwach. Wenn ein Mann in tiefer Liebe und ewiger Treue zu seiner Partnerin hält, dann vermutlich nur aus Mangel an Gelegenheiten.

Partnerschaft

Nummer eins im Zweierteam

Was haben herrschsüchtige Patriarchen und Muttersöhnchen gemeinsam? Richtig, sie lassen sich gerne bedienen! Ob sie ihr Ziel durch Dominanz erreichen oder so lange herum(weich)eiern, bis ihnen die Partnerin den Hintern hinterherträgt, ist dem männlichen Beziehungsteil ziemlich egal, wenn’s denn funktioniert. Die meisten Exemplare sind jedoch so einfach gestrickt, dass sie leicht zu durchschauen und prima zu überlisten sind. Gibt man ihnen in kleinen Dingen das Bestimmungsrecht, kann frau sich in den großen durchsetzen.

Sex

Er könnte schon wieder

Was sich in Männerköpfen bei Anblick erotischer Appetithäppchen so abspielt, das wollen wir gar nicht so genau wissen, es reicht doch vollauf zu sehen, was durch die angeregte Fantasie ausgelöst wird. Da sind die Kerle ständig spitz, prahlen mit ihrer Potenz und bespringen gemäß ihrem Motto „hart aber herzlich“ gern mal alles, was nicht bei DREI auf den Bäumen ist.

Geld

Ohne Moos nix los

Weil Vermögen sexy macht, geben Männer entweder mit ihrer Barschaft tierisch an oder präsentieren sich mit der Känguru-Nummer und wollen große Sprünge machen, auch wenn der Beutel leer ist. Obwohl er vielleicht tatsächlich nur ein armer Schlucker ist, wird der gewöhnliche Mann diese Schmach auf sich sitzen lassen, er lügt sich lieber eine Mark in die Tasche, als den Hungertuchnagerzustand zuzugeben.

Job

Pure Karrieregeilheit

Dass ein Mann über Leichen geht, um das berufliche Siegertreppchen zu erklettern, ist stark untertrieben, er rempelt mit brutaler Ellbogentechnik die Gegner kaputt und stapelt sich ihre Überreste als Steighilfen zurecht. Klingt gefährlich – ist es auch. Ein geschäftsbedingter Killerinstinkt treibt männliche Wesen um, und deshalb ducken sich Frauen auch lieber freiwillig in die unteren Gehaltsreihen.

Gesundheit

Ein Indianer kennt keinen Schmerz

Klar, sie wollen sich immer die Tapferkeitsmedaille verdienen, deshalb rennen Männer nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Medizinmann. Viel lieber legen sie sich daheim beim ersten Halskratzen zum Sterben darnieder, lassen sich von Mitbewohnern pflegen und hypochondrieren stillvergnügt so lange vor sich hin, bis der Arzt kommt, dann aber erfolgt die spritzenverhindernde Spontanheilung.

Klamotten

Das ist doch Jacke wie Hose

Möglichst unkaputtbar, bequem, farbneutral und vielseitig kombinierbar sollte die Bekleidung sein und wenn Mann dürfte, würde er überall – in Werkstatt, Kirche, Sauna – mit einer praktischen Outdoor-Kluft auftreten.

Auto

Die schönste Nebensache der Welt

Zwar rangiert der Stellenwert des geliebten Gefährts oft nach Sex & Co., aber das ist altersentsprechend veränderlich. Für Jungmänner ist der Wagen ein Freiheits-, für Altherren eher ein Statussymbol und das zeigt sich auch in der Lautstärke: Mit röhrenden Motoren fängt es an, später soll das Wägelchen dezent-elegant schnurren.

Foto: © Sakkmesterke / Fotolia