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Wo genau fängt eigentlich Untreue an?

Wo genau fängt eigentlich Untreue an?
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Am Traualtar das Treuegelübde ablegen – das ist bekanntlich eine sehr leichte Sache, die eigentlich allen gut von der Hand geht. Doch wenn die Monate und Jahre Einzug in die Ehe halten, so verändern sich bei manchen die Dinge. Bekanntlich ist die Treuebruchrate gar nicht mal so gering, schwankt zwischen 20 und 40 Prozent. Das heißt, in den betroffenen Ehen geht mindestens einer der beiden fremd.
Doch wo fängt Untreue eigentlich an? Manche meinen (das eine Extrem), bereits im Kopf, andere sagen (das andere): „Sex mit anderen ist okay, sofern keine Gefühle mitspielen!“
Was meinen Sie?

Was versteht man allgemein unter Treue?

Appetit holen kann man sich …

Fragt man Personen, die in einer Partnerschaft leben, was genau sie denn unter dem Begriff Treue verstehen, so kommt tendenziell folgende Formel heraus: „Appetit holen kann man sich, gegessen wird zu Hause.“ Das heißt, eine Prise Fremdflirt erlaubt man einander im Allgemeinen. Das ist sinnvoll, schließlich macht der eine oder andere Flirt in fremden Gefilden glücklich.

Wenn die Vorstellungen auseinandergehen

„Schau die nicht so an!“

Neigt jedoch einer der beiden Partner zu einer ausgeprägten Eifersucht, so ist die ganze Partnerschaft von dem Thema betroffen. Leicht kann dann Eifersucht entstehen, wenn der andere „nur ein bisschen“ während des Einkaufsbummels rumguckt. Dann wird sofort unterstellt, er würde „fremdgehen“.
Fazit: In vielen Beziehungen herrschen unterschiedliche Vorstellungen über das Thema vor – und dies führt meistens zu Konflikten.

Wenn die Treue auf eine harte Probe gestellt wird

„Es war nur Sex! Es tut mir leid!“

Ein sexueller Treuebruch (es gibt auch den emotionalen, etwa wenn man sich in jemand anderen verknallt) stellt die ganze Beziehung infrage und sorgt dafür, dass der Partner regelrecht selbstwerttechnisch gekränkt, ja geschockt wird.
Da dies der untreue Part weiß, wird der „Ausrutscher“ auch bestmöglich geheim gehalten. Manchmal kommt er dann allerdings doch heraus.

Männliche Untreue

„Ich war besoffen!“

Die Frage nach dem Warum wird natürlich auch bei diesem Thema gestellt: „Warum hast du das gemacht?“ Beliebte männliche Ausreden lauten oft so: „Ich war voll“, „Es hat mir nichts bedeutet“, „Es ist halt einfach so passiert“.
Für den weiblichen Part ist es übrigens dann besonders schlimm, wenn Gefühle im Spiel waren. Daher wird auch meistens gefragt: „Liebst du sie?“

Weibliche Untreue

„Ich wollte mich wieder begehrt fühlen!“

Frauen, die fremdgehen, berichten andererseits von folgenden Motiven: „Ich wollte mich wieder begehrt fühlen, in der aktuellen Beziehung fühlte ich mich unattraktiv“, „Ich habe mich verliebt“, „Mir fehlte der Sex“.
Viele wollen wissen, ob eher Frauen oder Männer fremdgehen. Nun, die Studien liefern unterschiedliche Ergebnisse. Die Wahrheit wird wohl wie immer in der Mitte liegen.

Kann man einen Seitensprung wirklich verzeihen?

„Mir wurde der Teppich unter den Füßen weggezogen!“

Wie gesagt, wenn einer der beiden herausfindet, dass der andere ein Sexabenteuer in irgendeinem Hotel oder sonst wo hatte, bricht die Welt regelrecht zusammen. Der Benachteiligte stellt die ganze Beziehung infrage, manchmal sucht er die Schuld bei sich. Selbstschuld- und Fremdschuldzuweisungen wechseln sich ab.
Es dauert sehr lange, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

Ist der Mensch eigentlich für eine monogame Beziehung gemacht?

Du sollst nicht begehren …

In vielen Partnerschaften reifen Wünsche heran, mit anderen Personen sexuell zu verkehren. Das ist zunächst einmal nichts Schlimmes, sondern ist evolutionstechnisch sinnvoll. Die Natur ist unromantisch – sie legt Wert darauf, dass wir uns gentechnisch optimal fortpflanzen. Und es gibt bekanntlich mehr als nur einen passenden Sexpartner.
Das ist also nicht das Problem. Die Frage ist aber: Wie geht man damit um?

Und was ist mit einem gemeinsamen Besuch eines Swingerclubs?

„Ich hätte das so eine Idee!“

Man kann sich bewusst für die Treue entscheiden – und Deckel drauf. Dann muss man aber dazu stehen und darf nicht schwach werden.
Oder aber man macht, wenn einem das Streben nach anderen doch sehr wichtig vorkommen mag, dem Partner den Vorschlag, neue Erfahrungen in Betracht zu ziehen. Ein Besuch eines Swingerclubs kann inspirierend wirken, die eigene Sexualität ankurbeln – man muss dabei noch nicht einmal mit anderen schlafen. Beobachten reicht schon!

Untreue und Kommunikation

„Schatz, jetzt mal ehrlich …“

Es ist klar geworden: Das Thema „Treue in der Partnerschaft“ ist hochrelevant. Paare sollten mindestens einmal pro Woche darüber und über aktuelle Befindlichkeiten reden. Kommunikation ist auch in dieser Hinsicht das A und O. Wird nicht offen und ehrlich über diese Angelegenheit geredet, entsteht zu viel Platz für „negative Gedanken“. Unwissenheit schürt bekanntlich die Fantasie, und zwar nicht im positiven Sinn. Also: Kommunizieren Sie!

Foto: © Gennadiy Poznyakov / Fotolia