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Wenn Gegensätze sich anziehen – Faule Sau trifft fleißiges Bienchen

Wenn Gegensätze sich anziehen – Faule Sau trifft fleißiges Bienchen
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Wer in einer bestimmten Weise extrem ist, der sucht und findet nicht aus Zufall Menschen, die ihrerseits extrem sind. Meistens handelt es sich dabei um den charakterlichen Gegenpol. Daher treffen auch so oft extrovertierte Singles auf introvertierte.
Schauen wir uns doch die Typen „faule Sau“ und „fleißiges Bienchen“ einmal an.

Die faule Sau

„Morgen, morgen, nur nicht heute!“

Personen, die das Etikett „faule Sau“ tragen, lassen die meiste Zeit des Tages „Fünfe gerade sein.“ Auf sogenannte „fleißige Bienchen“ kann das sehr reizend wirken, etwa wenn das Burnout aufgrund von chronischer Überlastung droht.
Die „faulen Säue“ dieser Welt suhlen sich in ihren eigenen vier Wänden und lassen dabei Eigenschaften wie das Bedürfnis nach Struktur und Sauberkeit vermissen. Eigentlich geht es ihnen erst dann richtig gut, wenn alles um sie herum im Chaos versinkt.

fleißige Bienchen

„Wenn nicht jetzt: wann dann?“

Jeglicher Gedanke an Chaos ist für fleißige Bienchen ein Unding. Sobald ein Staubkorn zu Boden fällt, wird ein roter Knopf gedrückt – und das fleißige Bienchen eilt sofort herbei. Reinlichkeit zu Hause steht hoch im Kurs.
Natürlich übertreiben es fleißige Bienchen hin und wieder, was sie teilweise überfordert. Gesunde Menschen schlagen dann die Hände über dem Kopf zusammen. Aber jeder lebt nun mal in seiner eigenen Welt, daher wundern sich fleißige Bienchen nicht über sich selbst.

Ich weiß auch nicht, was mich reizt, aber es reizt mich

Wenn das Strohfeuer zu brennen beginnt

In bestimmten Lebenssituationen können sich faule Säue und fleißige Bienchen gegenseitig begeistern; etwa dann, wenn Erstere chronisch unterfordert und Letztere nun endlich überfordert sind. Dann trifft Chillig- und Gemütlichkeit auf Enthusiasmus und ein extrovertiertes Wesen.
Schnell können zwei entsprechende Singles füreinander entflammen. Nachdem es dann heißt: „Zu mir oder zu mir?“, kann es passieren, dass alleine der Anblick der Wohnung des anderen Öl ins Feuer gießt: „Endlich mal jemand, der so völlig anders ist als ist!“
Doch man muss bedenken: Auf Dauer müssen Kompromisse geschlossen werden, sonst geht man sich schnell gegenseitig auf den Senkel!

Wenn die beiden wieder „normal“ werden

„Ich halte das nicht mehr aus!“

Aber es dauert gewöhnlich seine Zeit, bis die Sache kippt. Schleichend passiert das – und eines Tages: Bäm! Dann kracht es richtig. Fleißige Bienchen können lange die faule Sau ertragen, das heißt, die Sachen hinterherräumen, betüddeln, bekochen, Vorträge halten, Besserung einfordern usw. Die Toleranzgrenze ist weit oben verortet. Aber irgendwann ist halt mal Schluss.
Ebenso geht es der faulen Sau: Man ist schnell genervt vom „Perfektionismus“ des Partners. „Chill doch mal!“, verkündet die faule Sau.
Bringt alles nix! In den seltensten Fällen klappt eine Beziehung, man ist eben doch so gegensätzlich.

Was kann man da tun?

„Ich kann dich nicht ändern: aber mich!“

Tja, wo die Liebe hinfällt, da wächst manchmal zunächst gar kein Gras mehr. Doch jede Krise bietet bekanntlich auch Chancen. Denn eigentlich ist es so: Man kann sich aneinander reiben, aber auch vor allem gegenseitig inspirieren. Dafür muss man natürlich offen sein. Eine Methode aus der Paartherapie lautet: Konfrontation! Das heißt, Sie praktizieren folgende Übung. Sie tun einen Tag lang bewusst das, was Ihr Partner so tut. In unserem Fall heißt das: Das fleißige Lieschen wird zur faulen Sau und umgekehrt. Dies bietet den Vorteil, dass man einmal bewusst in die Welt des Partners eintaucht.

Living apart together

Jeder lebt in seiner eigenen Welt!

Da merkt man schnell: „Ich dachte im Prinzip immer, das wäre so gar nicht meine Welt, ein Stück weit kann ich den anderen aber jetzt verstehen!“ Natürlich darf der andere hin und wieder sein Handeln begründen (Beispiele: Faule Sau: „Ich chille jetzt, weil ich dadurch Spannungen abbauen kann!“ Fleißiges Lieschen: „Ich putze jetzt das Bad, weil ich einfach eine Art inneren Zwang empfinde!“). An solchen Begründungen kann der andere dann ansetzen und nachfragen. Es geht um das große Warum (und das ist in der Regel biografisch begründet). Finden Sie auf diesem Weg zueinander!

Foto: © Konrad Bak / Fotolia