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Eifersucht – Eine Leidenschaft, die Leiden schafft?

Eifersucht – Eine Leidenschaft, die Leiden schafft?
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„Wo warst du?“, „Von wem war die SMS?“, „Wo gehst du hin?“ – Wer mit einem sehr eifersüchtigen Menschen zusammenlebt, der kennt solche Fragen bestens.
„Störende Eifersucht“ spielt in so gut wie jeder Beziehung irgendwann einmal eine große Rolle. Eifersüchtige Partner sehen viele „Gefahrensituationen“, sie haben Angst, dass der andere mit einem Dritten anbandelt.
Dummerweise ist der Umgang mit (unnötig) Eifersüchtigen sehr schwierig, zumal man den anderen einfach nicht davon überzeugen kann, dass „da nichts ist“. Das heißt, Gewissheit gibt es nicht!

Normale Eifersucht

„Ich liebe dich!“

Die meisten Menschen, die in einer Partnerschaft leben, verknüpfen, wenn sie gefragt werden, die Phänomene Eifersucht und Liebe. Die Kurzformel lautet entsprechend: „Wer liebt, der ist auch eifersüchtig.“
Im Umkehrschluss heißt das: Man würde den Partner schon stutzig machen, wenn man behaupten würde: „Ach, Schatz, ich bin null eifersüchtig, flirte ruhig mit anderen.“ Schnell würde das Gegenüber meinen, es liege einem nicht viel an der Partnerschaft.

Extreme Eifersucht

„Wo warst du?“

Ein „bisschen Eifersucht“ ist wie eine Prise Salz in der Liebessuppe. Wer in einer bestimmten Situation eifersüchtig ist, der bringt plötzlich (wieder?) mehr Aufmerksamkeit in Bezug auf seine bessere Hälfte auf. Eine Prise Eifersucht bringt also den Kick.
Doch extreme Eifersucht schränkt den Betreffenden und auch den Partner ein – und die Liebe erstickt langsam.

Typisch weibliche Eifersucht

„Dir fallen ja gleicht die Augen aus dem Kopf!“

Die meisten Frauen in Partnerschaften kann „Mann“ übrigens wahrscheinlich dann eifersüchtig machen, wenn er von den charakterlichen Vorzügen einer guten Freundin oder Kollegin erzählt. Wenn dann noch die Phrasen „Kann super mit ihr reden“ oder „Habe voll Spaß mit ihr“ fallen, dann „gute Nacht“. Gehen Männer offenbar „beziehungstechnisch fremd“, schrillen die weiblichen Alarmglocken.

Typisch männliche Eifersucht

„Ich mach den Typen gleich platt!“

Auch das männliche Geschlecht hat entsprechend „wunde Punkte“. Es ist kein Zufall, dass vor allem Anzeichen von sexueller Untreue „ihn“ sofort auf 180 bringen. Dies hat evolutionäre Gründe. Denn sexuelle Untreue birgt seit jeher die Gefahr, dass die Partnerin vom Konkurrenten geschwängert würde; dies würde bedeuten, dass der aktuelle Partner aufgrund von Unkenntnis eventuell alle Energie und seine finanziellen Ressourcen in ein sogenanntes „Kuckuckskind“ investieren würde. In einem solchen Fall ist man um seine eigene Reproduktion geprellt worden.

Was steckt hinter extremer Eifersucht?

„Ich bin doch nicht eifersüchtig, pah!“

Viele Psychologen haben sich mit extremer Eifersucht beschäftigt und Wichtiges erkannt. Demnach steckt hinter extremer Eifersucht meistens Angst, ein (verdrängtes) Gefühl von eigener Minderwertigkeit und Egoismus.
Das heißt im Umkehrschluss: Man müsste sehr eifersüchtigen Menschen die Angst nehmen – wenn das nur so einfach wäre.

Wie geht man am besten mit einem eifersüchtigen Partner um?

„Was kann ich gegen deine Eifersucht tun?“

Hat sich die Eifersucht erst einmal „eingenistet“, kriegt man sie nur sehr schwer wieder hinaus. Wenn Ihr Partner solche Anzeichen zeigt, fragen Sie ihn: „Was kann ich tun, damit du heute Abend nicht eifersüchtig bist?“ Dann muss er nachdenken …
Oder aber Sie regen einen „biografischen Rückblick“ an, bei dem Ihr Partner darüber reflektiert, wie er in vergangenen Beziehungen mit Eifersucht umgegangen ist. Vielleicht merkt er dann, dass Sie nur altbekannte Muster auslösen – und nicht für seine Eifersucht verantwortlich sind.

Selbsthilfe bei extremer Eifersucht

Eigene Potenziale verwirklichen, Selbstwert schaffen

Wenn Sie selbst sehr eifersüchtig sind, dann gilt es zunächst, die „Leichen im Keller“ genauer kennenzulernen. Denken Sie ernsthaft über Fragen wie diese nach: „Was will ich wirklich mit meiner Eifersucht erreichen?“, „Welche biografischen Umstände hängen vielleicht mit meiner aktuellen Eifersucht zusammen?“, „Welche Potenziale habe ich, wie kann ich sie verwirklichen?“
Die Folge solcher Reflexionen ist im günstigsten Fall die Reduktion Ihrer Eifersucht.

Ein Leben ohne Eifersucht gibt es nicht

Das Potenzial nutzen

Machen Sie sich auch klar: Eine Partnerschaft ganz ohne Eifersucht gibt es nicht! Eifersucht ist in durchschnittlicher Ausprägung angeboren, ein sinnvolles Schutzschild gegen diejenigen, die die Partnerschaft „von außen“ beeinträchtigen könnten.
Nutzen Sie also lieber dieses Potenzial, reden Sie mit Ihrem Partner mal darüber, aber machen Sie kein großes Ding daraus – so wichtig ist Eifersucht nun auch wieder nicht. Und ebenso wichtig: Man kann einen Treuebruch des Partners nie zu 100 Prozent verhindern. Machen Sie sich lieber reizvoll, indem Sie etwas aus sich machen! Wer sich interessiert, der ist auch interessant!

Foto: © Werner Images / Fotolia